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Friday’s photo: Poetry, Politics and a Heron

Heron on the Chichester Canal, West Sussex. Photograph: Norbert Kraas

Heron, standing in the Chichester Canal, West Sussex. Photograph: Norbert Kraas

Two years ago, the former publisher and poet Michael Krüger of Hanser Verlag Munich came up with the idea that politicians should start their conferences with the reading of a poem. What a wonderful idea that is! And what a special way of opening horizons and setting a different tone at the beginnung of a meeting. So, what if an Environment Committee for example would listen to Jack Ridl’s poem THE HERON before the participants would debate the use of herbicides or decide frivolously the clearing of thousands and thousands of squaremiles of rainforest?

The Heron

Whenever we noticed her
standing in the stream, still
as a branch in dead air, we
would grab our binoculars,
watch her watching,
her eye fixed on the water
slowly making its own way
around stumps, over a boulder,
under some leaves matted against
a fallen log. She seemed
to appear, stand, peer, then
lift one leg, stretch it, let
a foot quietly settle into the mud
then pull up her other foot, settle
it, and stare again, each step
tendered, an ideogram at the end
of a calligrapher’s brush.
Every time she arrived, we watched
until, as if she had suddenly heard
a call in the sky, she would bend
her knees, raise her wide wings,
and lift in the welcome grace
of the air, her legs extending
back behind her, wings rising
and falling elegant under the clouds.
For more than a week now
we have not seen her. We watch
the sky, hoping to catch her great
feathered cross moving above the trees.

Jack Ridl: practising to walk like LIKE A HERON. Wayne State University Press, Detroit. ISBN 978-0-8143-3453-9.

Jack Ridl is a true master of words. His poems are touching but never kitsch, full of insight, truth and compassion. Having a volume of his poetry in your pocket is like having a wise friend by your side. What more can you expect? You will find Jack Ridl’s blog here. You can buy Jack’s books in any friendly Independent Bookstore around the world. Remember, that’s where real people talk about books instead of clever algorithms.

Have a good time!

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Ne me quitte pas

Der letzte Franzose, der sein Leben noch ohne portable meistert? Foto: La Célestine

Der letzte Franzose, der sein Leben noch ohne portable meistert? Foto: La Célestine

La cabine téléphonique
Es wird nicht mehr lange dauern, liebe Freunde, da werden wir so ein Bild nicht mehr sehen: Ein Mann kommt aus einer Telefonzelle, in der er gerade telefoniert hat; wie mir die Fotografin schilderte. Die Wörter Telefonzelle, cabine téléphonique oder phone box werden, wie dieses schöne englische (!) Telefonhäuschen in Beauvais in der Picardie, aus unserem Alltag spurlos verschwinden. Es wird dann nur noch verkabelte Menschen geben und solche, die zum Telefonieren ihr Smartphone in gekünstelter Lässigkeit vor der Brust halten und via Freisprecheinrichtung ihre Umgebung quälen.

Ne me quitte pas, ma cabine téléphonique !

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Freitagsfoto: Lotosblüten-Hanami in Tübingen

Nur zwei Arten enthält die Gattung der Lotosblumen. Eine davon blüht gerade in Tübingen vor sich hin. Foto: Norbert Kraas

Nur zwei Arten enthält die Gattung der Lotosblumen, eine blüht gerade in Tübingen. Foto: Norbert Kraas

Lotosblüte wenige Tage vor dem Öffnen. Foto: Norbert Kraas

Lotosblüte wenige Tage vor dem Öffnen. Foto: Norbert Kraas

Lotuseffekt
Schon mal vom Lotuseffekt gehört? Nein? Wann waren Sie zum letzten Mal mit Ihrem Auto in der Waschanlage? Lotuswäsche gibt es bei der Wasch­anlage meines Vertrauens als extra Programm. Bei der Recherche für diesen Beitrag ist mir klar geworden, warum das so heißt. Die Oberflächen­experten hier wissen natürlich, was Sache ist. Ich will’s kurz machen: Als Lotuseffekt bezeichnet man die geringe Benetzbarkeit einer Oberfläche. Will heißen: Wasser perlt von der Ober­fläche in Tropfen ab und nimmt praktischerweise gleich die Schmutz­partikel mit. Wissenschaftlich wurde der Lotuseffekt in den 1970er Jahren entdeckt, heute wird dieser Effekt technisch produziert und genutzt. Zum Beispiel für Funktionstextilien, Gebäudefassaden, Brillengläser und eben auch Waschanlagen.

Schönheit aus dreckigem Grund
In Asien ist der Lotuseffekt seit über 2000 Jahren bekannt. Weshalb die Lotosblume (Familie der Nelumbonaceae) sowohl im Buddhismus als auch im Hinduismus als Symbol für Reinheit, Schöpferkraft und Erleuchtung gilt. In China steht die Lotosblüte für eine gute Ehe, die rote Variante gilt zudem als erotisches Symbol. In Japan wird besonders die Fähigkeit der Lotosblume hervorgehoben, die pure Schönheit aus schlammigem Grund hervorzubringen.

Lotoseffekt
Ich habe aber noch einen ganz anderen Effekt beobachtet, nicht den Lotus-, sondern den Lotoseffekt. An mir selbst, als ich letzten Samstag die Lotosblüte (Nelumbo nucifera) bei den Staudenmädchen der Gärtnerei Erika Jantzen fotografiert habe: Es beruhigt ungemein, sich mal eine Weile mit nichts anderem zu beschäftigen als mit einem schönen, natürlichen Gegenstand.

Die zweite Blüte ist übrigens dieser Tage dran. Wenn Sie also nichts vorhaben, wie wäre es mit Lotosblüten-Hanami in Tübingen?!

Nein, Freunde, das ist kein Pokémon, sondern das Innere einer Lotosblüte. Ganz echt, ganz ohne Photoshop. Foto: Norbert Kraas

Nein, das ist kein Pokémon, sondern das bizarr-schöne Innenleben einer Lotosblüte. Foto: Norbert Kraas

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Freitagsfoto: Schafe zählen in den Ferien

Here's lookin' at you, photographer!

Here’s lookin‘ at you, photographer!

Wir machen Sommerferien
Unser Büro bleibt vom Montag, den 8. bis Freitag, den 19. August 2016 geschlossen. Am Montag, den 22. August, sind wir wieder für Sie da!

Lesen, lesen, lesen
Als Urlaubslektüre empfehle ich Ihnen in diesem Jahr wärmstens den Bestseller des englischen Schaffarmers und Oxford-Absolventen James Rebanks. „Mein Leben als Schäfer“ heißt das Buch auf Deutsch, das Sie in einer wunderbar klaren, niemals kitschigen Sprache in die Welt der Schäfer im englischen Lake District entführt. Diese Lektüre ist das ideale Gegengift für unsere medial überhitzte 140-Zeichen-Welt. Erschienen auf Deutsch bei Bertelsmann (ISBN 978-3-570-10291-6), auf Englisch (The Shepherd’s Life) bei Penguin. Erhältlich in jeder guten Offline-Buchhandlung, in Tübingen hier. Ich hab’s in dieser tollen Independent-Buchhandlung in England gekauft.

Schöne Ferien!

Norbert Kraas

Sehenwerter kurzer Film über James Rebanks

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Droben stehet die Kapelle der Fotograf

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Gute 28 Meter über dem Boden ist die Freiheit nicht grenzenlos, aber die Perspektive beeindruckend.

Schön, wenn man so nette Nachbarn hat
Direkt neben uns befindet sich die Feuerwehr Tübingen mit ihren engagierten haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männern. Das ist manchmal recht laut, wenn’s zum Einsatz rausgeht, immer aber interessant. So wie heute Morgen, als ich mit auf die Drehleiter durfte und die Gelegenheit bekam, die Tübinger Altstadt mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Danke an den freundlichen Feuerwehrmann!

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Freitagsfoto: Brexit und die Sehnsucht nach Old England

Upper Slaughter, eine englische Landidylle in den Cotswolds. No-frills, no filters, no photoshop! Foto: Norbert Kraas

„Old England is an imaginary place, a landscape built from words, woodcuts, film, paintings, picturesque engravings. It is a place imagined by people, and people do not live very long or look very hard.“ (Helen Macdonald: H is for Hawk)

Old England
Seit drei Wochen beschäftigt uns nun der Brexit. Während dieser drei Wochen wirkte Westminster phasenweise wie ein Tollhaus. Viele, die LEAVE gewählt haben, vor allem in den vergessenen Regionen in Cornwall oder Wales, wachen gerade aus einem nostalgischen Traum auf und ahnen, dass manches von dem, was die Brexiteers versprochen haben, nie eintreffen wird.

Der Sand, den man diesen Menschen in die Augen gestreut hat, ist die Sehnsucht nach dem einfachen überschaubaren Leben in der globalisierten Hochgeschwindigkeitswelt. Und wer könnte diese Sehnsucht nicht verstehen? In diesen unübersichtlichen, unsicheren Zeiten, in denen manche auf der Überholspur leben, viele aber auf dem Standstreifen vergessen werden. Es gab in letzter Zeit einige gute Artikel, die diese melancholische Sehnsucht der Engländer nach dem Leben auf dem Land und nach alter Größe analysiert haben. Lesenswert ist etwa ein Text von Alexander Menden in der Süddeutschen: „Los von Rom“.

Das Zitat über Old England stammt übrigens aus dem Buch H is for Hawk von Helen Macdonald. Macdonald erzählt die berührende, bisweilen irritierende Geschichte einer jungen Frau, die plötzlich den geliebten und bewunderten Vater verliert. Um mit ihrer abgrundtiefen Trauer irgendwie fertig zu werden, widmet sich die Geschichtsdozentin fortan mit Haut und Haaren der Zähmung eines wilden Habichts. Es ist ein wunderbar geschriebenes, kluges, autobiographisches Buch über die Natur, die Erinnerung, den Tod und das Leben. Auf Deutsch erschienen bei Ullstein: H wie Habicht, ISBN-13 9783793422983.

Gute Unterhaltung!

Norbert Kraas

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Weil’s gut tut: Tai Chi und Qi Gong
Schnupperkurs in Tübingen


Bruce Frantzis demonstriert die kurze Wu-Stil-Form, die Mathis Räger in Tübingen lehrt.


Wer noch nie Gelegenheit hatte, die körperlich wohltuende Wirkung von Tai Chi Chuan und Qi Gong persönlich zu erfahren, kann dies jetzt in Tübingen bei einem sehr guten Lehrer tun:

Das Sportprogramm UKfiT der Universitätsklinik Tübingen bietet zwei Schnupperkurse an. Ab 4. September 2016, 5 Termine, immer Dienstag um 18.30 Uhr in der Gymnastikhalle der Grundschule Winkelwiese in Tübingen.

Kurs 1: Bewegungsprinzipien im Tai Chi und Qi Gong
(für Anfänger/innen und Fortgeschrittene)
In diesem Kurs werden die Grundprinzipien im Tai Chi und Qi Gong vermittelt und unter fachlicher Anleitung in entspannter Atmosphäre geübt. Es geht um die Auflösung physischer Blockaden und den Abbau von Verspannungen der Wirbelsäule und der Gelenke. Tai Chi und Qi Gong werden seit Jahrtausenden praktiziert und gelten heute in China als medizinisch anerkannte Methoden zur Gesunderhaltung. Für Anfänger/innen ist dieser Grundkurs mit 5 Terminen ein idealer Einstieg.
>>> 5 Mal dienstags, 18.30 – 19.30 Uhr, ab 4.9.2016

Kurs 2: Push-Hands, Partnerübungen im Tai Chi
(für Teilnehmer/innen des Anfängerkurses)
Tai Chi wird heute meistens als sehr wirksame Gesundheitsübung praktiziert. Tai Chi ist aber eigentlich eine uralte Kampfkunst. Push-Hands (Tuishou = chin. schiebende Hände) ist eine Partnerübung, bei der die Bewegungsprinzipien des Tai Chi aus dem o.g. Anfängerkurs im Zusammenspiel mit einem Partner geübt werden. Dabei geht es nicht ums Gewinnen, sondern um die bewusste Körperwahrnehmung und um einen festen, verwurzelten Stand. Man gibt dem Druck des Partners nach, neutralisiert ihn, um dann selbst Druck auszuüben.
>>> 5 Mal dienstags, 19.30 – bis 20.30 Uhr, ab 4.9.2016

Für beide Kurse werden bequeme Kleidung und Gymnastikschuhe empfohlen.

Information und Anmeldung:
www.medizin.uni-tuebingen.de/sportmedizin/ukfit/kursangebot.htm

Mathis Räger, Tai-Chi- und Qi-Gong-Lehrer

Mathis Räger, Tai-Chi- und Qi-Gong-Lehrer

Mathis Räger praktiziert seit 1987 Tai Chi Chuan und Qi Gong.  Er wurde bei der Deutschen Qi-Gong-Gesellschaft zum Qi-Gong-Lehrer und von Horst Bauer in Tübingen zum Tai-Chi-Lehrer ausgebildet. Seit 1999 studiert Mathis bei Bruce K. Frantzis und ist persönlich autorisiert, Teile des Bruce-Frantzis-Programms zu unterrichten. Zur Homepage von Mathis geht’s hier lang.